Die evangelische Kirche am Kloster zu Uetersen steht auf einem der letzten Geesthügel am Rande der Haseldorfer Marsch. Nahe vorbeifließt, heute eingedeicht und schiffbar, die Pinnau. Hier stand, am "utersten End" der Herrschaft der Ritter von Barmstede, eine Burg, einfestes Haus, das Heinrich II. von Barmstede um 1234 zu einem Kloster stiftete und dazu 12 Nonnen der Zisterzienserinnen aus Reinbek rief. 1240 schloß ein erster Kirchebau das Kloster nach Norden ab.
Im Jahre 1424 wurden Kloster und Kirche ein Raub der Flammen, doch schon 1440 war der Wiederaufbau beendet. Erhalten ist heute noch das südliche Langhaus mit zugemauerten, aber noch gut erkennbaren Kreuzgangbögen und dem späteren, östlichenFachwerkanbau des Priörinnenhauses von 1664. Der westliche Teil der alten Klosteranlage wurde erst 1814 im Zuge eines größeren Um- und Neubaus abgetragen. Zwischen Kloster und Kirche liegt noch heute der Klosterfriedhof. In seiner Nordostecke findet man einen Rest der alten Kirchenmauer eine alte Grabplatte aus Stein mit einer schlanken Rittergestalt, vielleicht dem Andenken des Klostergründersgewidmet.
Nach der Reformation, die durch das persönliche Eingreifen König Christian III. von Dänemark im Jahre 1555 endgültig vollzogen wurde, bliebdas Kloster als "Adeliges Damenstift der Ritterschaft Schleswig-Holstein" erhalten.
1748 wurde unter dem Klosterprobsten Benedikt von Ahlefeldt der Grundstein zu einer neuen
und größeren Kirche gelegt. Nach den Plänen und unter Leitung des Baumeisters Jasper Carstens wurde der Neubau errichtet. Er ist ein Rechtseckbau mit eingezogenem östlichem Turm, der sich nur wenig über das abgewalmte Mansardendach erhebt. Eine Eigenart der Zisterzienserkirchen wurde auch bei diesem Neubau beibehalten: Der Dachreiter mit den Klosterglocken. Der ganze Bau ruht auf Granitquadersockeln, die aus einem großen Hünengrab bei Glinde gewonnen wurden.
Bereits am 2. Adventssonntag des Jahres 1749 konnte das neue Gotteshaus mit einem festlichen Gottesdienst eingeweiht werden.
(aus: Kirchenführer der ev.-luth. Kirche Uetersen Am Kloster, Uetersen 1984, S. 3 ff)